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Was in zwei Koffer paßt

Klosterjahre

Auch erhältlich als:
Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783442155118
Sprache: Deutsch
Umfang: 256 S.
Format (T/L/B): 1.8 x 18.4 x 12.5 cm
Einband: kartoniertes Buch

Beschreibung

Warum entschließt sich eine junge Frau, ins Kloster zu gehen? Ist es möglich, in der Abgeschiedenheit über seine Grenzen hinwegzugehen? Als sie sich für das Leben im Kloster entscheidet, ist Veronika Peters 21 Jahre alt. Motiviert von dem Bedürfnis, ihrem Leben einen tieferen Sinn zu geben, als nutzlose Dinge anzuhäufen, packt sie ihre Koffer und begibt sich in ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang. In ihrem faszinierenden Buch erzählt sie lakonisch und offen von den Licht- und Schattenseiten des klösterlichen Lebens - von den inneren und äußeren Konflikten, die sie zu bewältigen hat, aber auch von den wunderbaren menschlichen Begegnungen, die ihr dort zuteil werden. Bis sie beinahe zwölf Jahre später wieder ihre Koffer packt und in Berlin ein ganz neues Leben beginnt.

Leseprobe

Mit Abschieden habe ich mich nie lange aufgehalten.Gerade mal einundzwanzig Jahre alt, werfe ich zwei Koffer in meinen alten K?r und mache mich auf den Weg. ?Mu?das unbedingt sein??Meine Freundin Lina steht am Stra?nrand und weint, als ginge ich in den sicheren Tod. Auf der Fahrt denke ich, da?sie recht hat, ich mu?v?llig verr?ckt sein, mich auf so etwas einzulassen.Warum wirft eine wie ich, die mit f?nfzehn das von einem cholerischen Alkoholiker beherrschte Elternhaus verl? und sich fortan allein durchschl?, zu dem Zeitpunkt, als sie mit Job, Auto und Wohnung einen nach b?rgerlichen Ma?t?n geregelten Alltag zu f?hren beginnt, alles hin, um die merkw?rdigste Art gemeinschaftlichen Lebens zu versuchen, von der sie je geh?rt hat??Soll ich deine Sachen f?r dich einlagern, falls du sie wieder brauchst?? fragt Stefan an unserem letzten Abend.?Keine R?ckversicherung, keine Altlasten.??Tu, was du nicht lassen kannst, M?hen. Ruf an, wenn ich dich abholen soll.?Lina wird denen, die nach mir fragen, Auskunft geben.Der Versuchung widerstehend, noch eine letzte Beruhigungszigarette zu rauchen, werfe ich das halbvolle P?chen aus dem Fenster und bin lange vor der vereinbarten Zeit an der Stelle, wo sich rechts eine schmale Stra?, nicht mehr als ein asphaltierter Feldweg, in Richtung Kloster windet. Hinter hochgewachsenen Pappeln tauchen bald die roten D?er von G?ehaus und Ostfl?gel auf, ?berragt vom schiefergedeckten Kirchendach, auf dem ein kleiner Dachreiter die Glocken beherbergt. ?Zisterziensische Bautradition?, erinnere ich mich im Prospekt gelesen zu haben und schalte das Radio aus, wo eine gutgelaunte Sprecherin dabei ist, Empfehlungen f?r Jazzveranstaltungen am Wochenende auszusprechen.Neben der Einfahrt steht in gro?n handgeschmiedeten Lettern ?Benedicite!? - Seid gesegnet! ?Wollen wir's hoffen?, murmle ich vor mich hin, w?end ich mein Auto unter die alte Kastanie lenke, an der ein verbeultes Schild ?Parken auf eigene Gefahr? angebracht ist.Soll ich eine Stunde spazierengehen, zur?ck ins Dorf fahren, doch noch eine Packung Gitanes kaufen? Was soll's, ich klingle an der Klosterpforte.Nachdem Schwester Placida mir erkl? hat, da?sie mich von jetzt an konsequent siezen wird, weil das innerhalb der Gemeinschaft so ?blich ist, dr?ckt sie mir einen Becher Kaffee in die Hand und sagt: ?Mit dem engen Rock wirst du dich bei der Kniebeuge ganz sch?n auf die Nase legen, wenn du nicht aufpa?.? Sie betreut das G?ehaus und kennt mich, seit ich das erste Mal f?r ein Wochenende herkam, um mir das Kloster anzusehen.?Ich habe gewu?, da?du eines Tages zu uns geh?ren wirst.? ?Ich nicht?, will ich gerade sagen, als sie nach dem Telefonh?rer greift.?Schwester Hildegard kommt gleich; sie bringt dich in deine Zelle im Haus der Novizen.?Sie sagen tats?lich ?Zelle?; ich h?e doch noch eine rauchen sollen.Hildegard, die ich f?r eine harmlose Person gehalten habe, bis sie ?von heute an bin ich als Magistra f?r Sie zust?ig? sagt, klappert mit dem Schl?sselbund, winkt mir, ihr zu folgen, und ich bin drin.Die Klausur, der abgeschlossene, nur f?r die Nonnen zug?liche Bereich, verbirgt sich hinter einer schlichten T?r aus gemustertem Glas, nicht un?lich der, die Linas Oma immer scheppernd hinter sich zuschl?, wenn sie sich ge?ert hat.?Schwester Antonia wird Ihnen am Nachmittag das Haus und den Garten zeigen. Wir holen erst einmal den Rest Ihres Gep?s.?Sie sieht mich ungl?ig an, als ich ihr zu verstehen gebe, da?es keinen Rest gibt, weil ich ?nur das Notwendigste? w?rtlich genommen habe.?L?blich?, murmelt sie im Weitergehen, ?es gab welche, die sind mit dem M?belwagen hier angekommen.?Ich verkneife mir die Bemerkung, da?es mich beruhigt, meine Sachen in kurzer Zeit zusammenraffen und verschwinden zu k?nnen.Meine ?Zelle? stellt sich als freundliches kleines Zimmer unter dem Dach heraus: sch?ner alter Holzfu?oden, Bett, Schrank, Schreibtisch und Blick ?ber die Wiesen des benachbarten Reiterhofs. Jemand hat eine Vase mit bunten Sommerblumen hin gestellt.?Sie beginnen he

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