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Bibliografische Daten
ISBN/EAN: 9783462034653
Sprache: Deutsch
Umfang: 432 S.
Format (T/L/B): 3.4 x 21 x 13.5 cm
Einband: gebundenes Buch

Beschreibung

'Ein bedeutsamer, aus der aktuellen Literatur herausragender Roman' Die ZeitSo hat lange niemand mehr erzählt - Eva Menasses Familiensaga fängt von Wien aus ein ganzes Jahrhundert ein. Von der Vergangenheit bleibt nur, was erzählt wird. Eva Menasse macht das Erinnern zum Ausgangspunkt des Erzählens und entwirft mit den fulminanten Geschichten einer Wiener Familie mit jüdischen Wurzeln den Bilderreigen einer Epoche. 'Mein Vater war eine Sturzgeburt': Kopfüber, wie die Hauptfigur, fällt der Leser in diesen Roman und erlebt, wie die Großmutter über ihrer Bridge-Partie beinahe die Geburt versäumt. So kommt der Vater der Erzählerin zu Hause zur Welt, ruiniert dabei den kostbaren Pelzmantel und verhilft der wortgewaltigen Familie zu einer ihrer beliebtesten Anekdoten. Hier, wo man permanent durcheinander redet und sich selten einig ist, gilt der am meisten, der am lustigsten erzählt. Fragen stellt man besser nicht, obwohl die ungewöhnliche Verbindung der Großeltern, eines Wiener Juden und einer mährischen Katholikin, im zwanzigsten Jahrhundert höchst schicksalsträchtig ist. So verschlägt es deren drei Kinder auf der Flucht vor den Nazis in die Welt. Während der eine in England Fußballer wird und der andere sich im Dschungel von Burma als Soldat durchschlägt, geht die schöne Schwester Katzi in Kanada verloren. Über sie wird später am Familientisch auffällig geschwiegen, lieber redet man vom legendären Onkel Königsbee, der mit Wortverdrehungen wie 'Das ist nicht meine Dämone' unsterblich geworden ist. Doch als die Enkel beginnen, Fragen zu stellen, zerrinnt ihnen das einzige Erbe, der tragikomische Geschichtenfundus, zwischen den Fingern. Eva Menasse beeindruckt mit einem Ensemble hinreißender Figuren und unerwarteten Begebenheiten und zeigt wie nebenbei das Entstehen und den Zerfall von Familiengeschichte und Identität.

Autorenportrait

Eva Menasse, geboren 1970 in Wien, begann als Journalistin und debütierte im Jahr 2005 mit dem Familienroman »Vienna«. Es folgten Romane und Erzählungen (»Lässliche Todsünden«, »Quasikristalle«, »Tiere für Fortgeschrittene«), die vielfach ausgezeichnet und übersetzt wurden. Preise (Auswahl): Heinrich-Böll-Preis, Friedrich-Hölderlin-Preis, Jonathan-Swift-Preis, Österreichischer Buchpreis, Mainzer Stadtschreiber-Preis und das Villa-Massimo-Stipendium in Rom. Eva Menasse betätigt sich zunehmend auch als Essayistin und erhielt dafür 2019 den Ludwig-Börne-Preis. Sie lebt seit über 20 Jahren in Berlin.

Leseprobe

»In einer typischen Formulierung hieß es in meiner Familie immer, ?Nandls Schicksal ist angeboren?, denn Nandl sei zweifellos Opfer eines Vererbungsdesasters. Zwar sei er so gutaussehend wie sein Vater Dolly und könne so charmant sein wie seine Mutter, doch habe er Dollys begrenzten Verstand in der fatalen Kombination mit Gustls krimineller Energie geerbt. ?Optisch geht er als Heiratsschwindler durch?, hatte meine Großmutter schon in Nandls Jugend, bevor er das erste Mal straffällig wurde, bemerkt, ?doch sogar dazu ist er zu dumm?. Das ?sogar? bezog sich darauf, dass meine Großmutter im Allgemeinen von Frauen eine noch schlechtere Meinung hatte als von Männern.« Leseprobe

Schlagzeile

So hat lange niemand mehr erzählt ? Eva Menasses Familiensaga fängt von Wien aus ein ganzes Jahrhundert ein.