Axel Hacke liest und erzählt

Axel Hackes Lesungen sind Unikate, kein Abend ist wie der andere. Da hockt nicht einer hinter einem Tisch mit Wasserglas und Lampe und trägt aus seinem neuen Buch vor, wie das üblich ist, nein, Hacke sitzt auf einem Stuhl, redet über das Leben, erzählt von seiner Arbeit und hat alles dabei, was er im Leben geschrieben hat, na gut, eine Menge von dem – und das ist sehr viel: tausende von Kolumnen aus dem Magazin der Süddeutschen Zeitung, darunter auch die ganz aktuellen der vergangenen Monate, dazu einen Stapel von Büchern, jenes zum Beispiel über die sehr lustigen Speisekarten Oberst von Huhns bis zu dem heiter-philosophischen Die Tage, die ich mit Gott verbrachte. Und natürlich geht es, in erster Linie und sehr ausführlich, um sein allerneuestes Buch: Wozu wir da sind. Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben, der ebenso furiose wie entspannt-witzige Monolog eines hauptberuflichen Nachruf-Autors über die großen Fragen unserer Existenz. So entsteht jeden Abend – wenn es gut geht (und meistens geht es ja doch gut) – ein neues kleines Lese-Kunstwerk, in dem die hergebrachten Trennungen von ernst und unterhaltsam nichts bedeuten, weil in so einem Abend alles drin ist, das Heitere, das Philosophische und das brüllend Lustige. Man weiß nur vorher nie so genau: was?

„Ich mag sowieso, was und wie er schreibt. Ich finde, Axel Hacke ist immer mitten im Leben, in seinem eigenen und auch im Leben der Anderen. Er spricht mir aus dem Herzen.“
Christine Westermann in der NDR Talk Show vom 16.08.19

"Hacke beherrscht alle Töne perfekt: Witz und Parodie, feine Ironie und politischen Ernst. Und erinnert dabei mit seiner norddeutschen Zurückhaltung an den großen Loriot.“
Badische Neuste Nachrichten 14.12.18

„Wie er da so locker im Scheinwerferlicht auf der Bühne sitzt, ohne Moderator, nur mit seinem Erzähltalent, wie er Pointe um Pointe setzt, da dürfte auch jenen, die ihn zum ersten Mal erleben, schnell klar sein, dass dieser Mann ein Profi in Sachen Dramaturgie ist, mit dem Gespür für feine Ironie, der nichts anbrennen lässt.
FAZ 11.04.18

***

Axel Hacke, 1956 in Braunschweig geboren, lebt als Schriftsteller in München. Berühmt ist seine Kolumne „Das Beste aus aller Welt", die er seit Jahrzehnten jede Woche im Magazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht. Seine Bücher, zum Beispiel „Der weiße Neger Wumbaba“ oder „Über den Anstand in schwierigen Zeiten und die Frage, wie wir miteinander umgehen“ sind Bestseller. Seine Arbeit wurde unter anderem mit dem Joseph-Roth-Preis, zwei Egon-Erwin-Kisch-Preisen, dem Theodor-Wolff-Preis und zuletzt dem Ben Witter-Preis 2019 ausgezeichnet. Im August 2019 erschien „Wozu wir da sind. Walter Wemuts Handreichungen für ein gelungenes Leben“.

www.axelhacke.de

19.02.2020 - 19:00
Roxy Ulm
€ 23,00
Hacke, Axel
Verlag Antje Kunstmann GmbH
ISBN/EAN: 9783956143137
20,00 € (inkl. MwSt.)

Guten Morgen Ulm

img_0888.jpg

____________________________________________________________________________________________

bubi_3_0.jpg

_____________________________________________________________________________________________

Warum?

Demos machen, groß und klein –
doch mit Anstand muss das sein.
Wer sind diese Covidioten,
die uns führ’n zu neuen Toten?

Trag’n die Masken nur vorm Mund
und tun Blödsinn aus ihm kund.
Äußern viel mit wenig Grütze,
auf dem Kopf noch ’ne Blechmütze.

Reden sich auf’s Grundrecht raus,
sehn’s beschädigt. Ei der Daus.
Doch die Rücksicht gilt für Alle.
Sonst schnappt zu, die Virenfalle.

Glauben selber, was sie sagen?
Doch sie lassen sich nicht fragen.
Denn dann sind sie radikal
so wie 19-Riefenstahl.

And’re sind an Urlaubsstränden,
braten sich zu Sonnenbränden,
geben abends sich die Kante,
infizier’n daheim Verwandte.

Leute, es ist keine Grippe,
die riskiert ’ne dicke Lippe.
Es ist was, das wir nicht kennen,
das wir können nicht benennen.

Und egal, ob Fake, ob echt,
woher nehmt Ihr denn das Recht,
and’rer Leben auszumerzen?
Habt ein Loch Ihr statt dem Herzen?

Ich will keine zweite Welle!
Denn bei diesem Fall der Fälle
droht Kultur das letzte Sterben.
Keiner wird sie dann beerben.

Danach gibt es keine Kunst.
Jeder mieft im eig’nen Dunst.
Zwanzigzwanzig, welch ein Hohn,
endet die Kulturnation,

enden Film, Theater, Buch.
Wenn im Internet ich such,
finde ich nichts Neues mehr.
Ist das Euer Ziel? Wie leer …

© Thomas Dietrich

___________________________________________