„Die Insel der Schimpansen“ von John Ironmonger

Seit dem sensationell guten Roman „Trophäe“ von Gaea Schoeters (2024) hat keine Veröffentlichung mehr das global brisante Moral-, Kapitalismus- und Artenschutzthema der elitären Großwild- und Trophäenjagd so schonungslos lesenswert nahe gebracht wie nun „Die Insel der Schimpansen“ von John Ironmonger. 

Die Menschenaffenkolonie auf einem unbewohnten Eiland im afrikanischen Victoriasee bietet ideale Bedingungen für die ambitionierte Profiturnerin und Primatenforscherin Angel aus Cornwall und ihr Team. Können Schimpansen doch sprechen – untereinander und vielleicht auch mit Menschen? Atemberaubend zu lesen, wie die Forscherin in die durchaus auch brutale Welt der Affen eindringt, wie sehr sie Teil der Gemeinschaft wird. Tödliche Brutalität droht auch bald von außen, seitens des nach Primaten-Trophäen gierenden Großwildjagd-Business. Ein Krieg zwischen Affen und Menschen, zwischen Forschern und Jägern ist unausweichlich…

Höchst spannend, eindringlich relevant, bestens aufgeschrieben. Dieser Ökoroman ist eine Naturgewalt.

Von Sebastian Lehmann


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