„Sommerhaus“ von Rachel Joyce

Für mich war „Sommerhaus“ von Rachel Joyce Lesevergnügen und gleichzeitig Anregung für unsere nächste Reise – an den Ortasee im Piemont. Da spielt nämlich der größte Teil dieses Familienromans mit seinen tiefgründigen unterschiedlichen Charakteren vor dem Hintergrund einer pittoresken Atmospäre im flirrenden Hochsommer.

Schicksalhaft ist er dieser Sommer: Der exzentrische Künstler Vic Kemp ertrinkt im See. Kurz zuvor hat er die etwa 50 Jahre jüngere geheimnisvolle Bella Mae geheiratet. Seine Kinder Netta, Susan, Goose und Iris treffen sich nun mit der Witwe und ihrem Cousin in der Familienvilla auf der Isola San Giulio. Da wird gestritten, sich verschworen, kommandiert, erinnert, begehrt, geschmollt, sich gekümmert, verdächtigt, beobachtet, gesucht, sortiert, dazu auch dolce vita. Die vier Geschwister stellen sich Fragen, denen sie bisher ausgewichen sind, vieles bricht in sich zusammen.

Fein, flüssig und spannend geschrieben gewähren 480 Seiten Einblick in die kostbare und zerbrechliche Welt der Familie.

Von Christine Berenbeck


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