"Das Herz von allem" von Christoph Nußbaumeder

Ein so reicher wie narzisstischer Businessmann stellt im noch sehr jungen Staat USA eine Expedition zusammen, die von der Ostküste aus in Richtung Pazifikküste bislang mehr weniger unerschlossene Gebiete bereisen soll. 
Unter anderen heuert der Geschäftsmann für die Reise einen deutschen Pfarrer an, der die aufregende Geschichte auch über das ganze Buch hinweg eloquent erzählt sowie die Teilnehmer und ihre Motive sehr fein porträtiert. Ganz zu schweigen von den Ureinwohnern, auf die die Eindringliche im weiten Zug nach Westen irgendwann natürlich treffen… 
Die Expeditionstruppe soll nicht etwa eine sichere Ost-West-Passage von Meer zu Meer auskundschaften, wie etwa das historische Vorbild Lewis-und-Clarke. Nein, sie haben völlig verstiegen anmutende Pläne, die dem Chef der Reisegesellschaft noch mehr Reichtum und viel Macht bescheren sollen… 
Christoph Nussbaumeders "Das Herz von allem" ist nicht nur ein großartig opulenter historischer Roman, eine irre Abenteuergeschichte. Obwohl das Buch formal Anfang des 19. Jahrhunderts spielt, ist es aufgrund seiner reflektierten Gedankenwelt eine die ganze Geschichte der USA und damit der westlichen Welt von damals bis heute umspannende globale Erzählung. Dieses Buch vom Herbst 2025 wird bislang vollkommen unterschätzt.
Sebastian Lehmann


Bibliographie
Kategorie