"Färseninsel" von Helle Helle
Die dänische Autorin Helle Helle ist ist bekannt für ihren reduzierten Erzählstil mit kurzen schnörkellosen Sätzen. In "Färseninsel" (2015, aktuell neu aufgelegt) gelingt ihr damit ein eindringlicher Roman.
Im Winter steigt die namenlose Ich-Erzählerin an einer einsamen und trostlosen Bushaltestelle im provinziellen Nirgendwo an der Küste Dänemarks aus. "Ich suche einen guten Ort, um zu weinen." Per Zufall findet sie Unterschlupf bei John und Putte, die sie aufgrund des furchtbaren Wetters wie selbstverständlich bei sich aufnehmen. Sie bleibt da, und wird ohne Nachfragen in den Freundes-und Familienkreis integriert. Und es geht ihr jedenfalls besser als vor der Ankunft...
Es passiert nicht viel, oftmals das Alltägliche. Um so mehr werden dadurch die Rätsel und Absurditäten unseres oftmals dürftigen Lebens besonders offenbart. Keine Sorge, dennoch ist der Roman nicht depressiv, sondern eher traurig, leichtfüßig und komisch zugleich.
Christine Berenbeck