"Bambino" von Marco Balzano
Eine starke Geschichte über Mattia (alias Bambino), der als Faschist der ersten Stunde prügelnd und mordend sein Unwesen treibt.
Nein, keineswegs ein Mensch, der Sympathie wecken könnte. Dennoch habe ich Mattia in diesem tollen Roman von Marco Balzano interessiert und nicht ungern begleitet.
Warum? Ist er doch ein Beispiel dafür, wieso man so werden kann. So gefühlskalt als Einzelgänger in einer rechtsextremen Bewegung, die ja für derlei Typen eine Gemeinschaft suggeriert.
Bambino kennt nach schwerer narzisstischer Kränkung kein Mitgefühl, sein zentrales Thema bleibt die verlorene Mutter. Gleichzeitig erfährt der/die Lesende etwas über die wechselhafte Geschichte Triests in dunklen Zeiten und etwas über die Vaterliebe.
In einer eingängigen nüchternen Sprache, die nicht vom Wesentlichen ablenkt.
Christine Berenbeck