"Im ersten Licht" von Norbert Gstrein

Fesselnd, packend und berührend wird hier die Geschichte des 1901 geborenen Adrian Reiter erzählt. Adrian hinkt (körperlich wie seelisch) durch das vergangene Jahrhundert und hat dabei den Schrecken der beiden Weltkriege wenig entgegenzusetzen.
Reiter selbst muss nicht an die Front, dennoch beschäftigt ihn das Thema Krieg zeit seines Lebens beinahe obsessiv. In den drei Teilen des Buches befasst sich der Protagonist fortwährend mit Männern, die im Krieg waren, dort getötet wurden oder als Invaliden zuückkehrten. 
Als tragischer Mann mit tief sitzender Scham wird er als Zaungast von Ungeheuerlichkeiten quasi zur negativen Identifikationsfigur - vermeintlich unbeteiligt, aber zugleich alles andere als vom Krieg verschont.
„Im ersten Licht“ von Norbert Gstrein hat lange nachgehallt bei mir, dieser Jahrhundert- und Gegenwartsroman zugleich. Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2026. Sehr gern!
Christine Berenbeck


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